Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Garten zu ſchaffen habe.—„Ich ſuche dem Groß⸗ vater friſche Blumen,“ erwiederte ſie,„und ſah mich auch nach Dir um. Du bleibſt heute ſo lange— die Mutter wartet auf Dich mit dem Frühſtück. Aber, Bernhard, reite nicht fort,“ ſetzte ſie hinzu, obgleich er gar keine Anſtalt dazu machte, ſie neigte ſich ein wenig über die verwitterte Mauerbrüſtung, welche die Plateform mit krenelirten Zinnen umgab, und ſprach in gedämpftem Tone:„Du mußt mir etwas ſagen, Bernhard!“

„Wenn ich es weiß, ganz gewiß!“ verſicherte er lachend über ihre Wichtigkeit.

„Verſprichſt Du mir das?“ fragte ſie lebhaft.

„Hab' ich Dir ſchon etwas abgeſchlagen?“ ent⸗ gegnete er.

„Gut, Du verſprichſt es mir, und ſein Wort muß man halten. Was war das geſtern mit der Chriſtel, das der Großvater meinte? Er ſchalt, daß Ihr es mir verſchwiegen habt.“

Bernhard wurde ernſter, doch ſein Auge hing mit dem Ausdruck großer Innigkeit an Bärbchen's Antlitz, das bei ihrem ſo offenerklärten Wunſche mit verſchämtem Lächeln erröthete.—„Willſt Du es wirk⸗ lich wiſſen?“ fragte er.„Verſchwiegen mit Abſicht hat es Dir niemand— aber was beſſer vergeſſen wird,