der jedoch weite Lücken bot, blitzte das Waſſer eines anſehnlichen Fluſſes, das war die Oder.
Auf den Feldern regte ſich ſchon der ländliche Fleiß, mehrere Geſpanne waren in der Ferne zu ſe⸗ hen, wo Brachen umgeſtürzt wurden; ein Säemann mit dem blauen Säetuch um die Hüften wanderte, näher am Dorfe, den gezogenen Furchen nach und warf mit gleichförmigem Schwunge ſeine Körner hinein; den breiten Rain entlang trabte ein Reiter, der ſein kleines Pferd nach dem Schloſſe wandte, deſſen graues Dach mit ſcharfer Firſte über die Obſt⸗ bäume des Gartens ſah. Als er die Mauer erreicht hatte, wo der Hollunder herüberſah, ließ er das Pferd Schritt gehen und hob ſich in den Steigbügeln, um ſich einen Blüthenzweig zu pflücken. In demſelben Augenblicke flog ihm aber ein ſolcher, ſchon gepflückt, von oben zu, den er trotz ſeiner Ueberraſchung auf⸗ fing; ein lächelndes Mädchengeſicht, mit einem Morgen⸗ tuch um das blonde Haar, wurde im Laube über der Mauer ſichtbar, wo ein kleines Thürmchen mit einer Plateform zur Ausſchau in das Feld gebaut war. „Guten Morgen, Bernhard!“ hörte der Reiter ſich grüßen.
Er erwiederte den Gruß herzlich, dankte für den Strauß und fragte, was Bärbel ſo früh ſchon im


