Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

men. Was Du noch haſt, kriegt die Chriſtel— und Läßnitz hier, wenn es der Bernhard einmal nach meinem Tode übernimmt, iſt ſo verſchuldet, daß er lieber gleich die Bude zumachen kann. Was ſoll ihm da eine Frau, wie die Bärbel, die gar nichts hat? Denn was ſie vom Großvater noch erbt, das iſt nicht der Rede werth. Der hat ſeinen Söhnen eben das Beiſpiel gegeben, wozu es führt, wenn man bei Lebzeiten noch alle warm ſetzen will und nichts für ſich ſelber behält; ich war auf dem beſten Wege, es ebenſo zu machen, fehlte nichts weiter als daß ich Läßnitz dem Bernhard auch gleich gäbe und wir Alten uns bei einem von den Jungen zur Koſt ſetzten!“

„Halt ein, Linden,“ unterbrach Frau Wanda den Strom ſeiner Rede, der, in ſein wahres Bett geleitet, rauſchend dahinfloß.„Mir iſt es genug, Deine Meinung zu wiſſen, in welcher ich vollkommen mit Dir überein⸗ ſtimme. Hätte ich vorher geſehen, daß es ſo kommen würde, ſo wäre die Bärbel wahrſcheinlich bei einem andern Verwandten untergebracht worden. Aber ſie verſprach ſo wenig hübſch oder intereſſant. zu werden, war auch ſo linkiſch und kindiſch, daß ich eine ſo ſchnelle und reizende Entwickelung nicht für möglich hielt, und nun ich ſie wahrhaft liebgewonnen habe, ja ich