8 te ch b⸗ ht
25
„Du begleiteſt wohl Herrn von Haugwitz, Bern⸗ hard,“ ſprach Frau von Linden zu ihrem Sohne. „Sieh nach, ob auch für einen friſchen Trunk Wein zur Nacht geſorgt iſt: in meinem Vaterlande“— ſie betonte das Fürwort ein wenig—„iſt das Sitte, und unſere Gäſte hier haben ſich immer gern damit befreundet.“
Per Bocco, Frau Gevatterin, ich laſſe mir dieſe Sitte auch gefallen,“ erwiederte er.„Im heißen Süden freilich wäre ſie nicht angebracht, da würden Einem die Adern wie brennendes Pech ſieden, über⸗ dem die feurigen Weine, der Cyprier, der Vino ſanto, corpo di Satanasso! Aber wo es ſo kalt iſt, wie in — in unſerer lieben Schleſing wollt' ich ſagen—“
„In Polen, wolltet Ihr ſagen!“ lachte Frau Wanda.„Sprecht es nur aus, ich nehme es nicht übel, denn es heißt doch nun einmal ſo, obgleich meines weiten Vaterlandes Grenzen auch das ſchwarze Meer beſpült, ſüdlich und heiß genug für die edelſten Reben, Herr von Haugwitz. Schlaft recht wohl und ſteht friſch und munter auf: bei uns wird es früh Tag, wie es auf dem Lande Sitte iſt.“
„Vortrefflich!“ verſetzte Haugwitz, empfahl ſich ziemlich ungeſchickt, wobei er, ſich raſch umwendend, an den Schenktiſch ſtieß, daß Gläſer und Kannen


