Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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ſobald ſie ihn darum bat, jede Aufklärung, die ſie nur wünſchte: ſie hatte ihn ja bis jetzt ngch nie ver⸗ gebens um etwas gebeten. Heute jedoch' ſollte ihr Wunſch noch nicht erfüllt werden. Chriſtine kehrte mit den beiden Herren zurück, und Haugwitz, der ganz glücklich war, daß ſeine Pathe nur eine ſchnell vorübergegangene Unpäßlichkeit gehabt hatte, hielt außer ihr auch den Großvater, der ſeinen Erzählungen das meiſte Intereſſe zu ſchenken ſchien, für den kurzen Reſt des Zuſammenſeins, ehe man ſich trennte, feſt, ſo daß Barbara keinen Moment fand, heimlich, wie ſie gehofft, eine kleine Vorfrage thun zu können. Der Großvater brach, wie immer, zueeſt auf: er nahm ſein Licht aus der Reihe über dem Kamin, wo für jedes Schlafzimmer eins aufgeſtellt was, und ſagte, für alle geltend, eine kräftige⸗Gute Nacht! aber ſeinem Lieblinge entging es nicht, daß ſein Auge dabei beſonders auf Chriſtinen ruhte. Ob dieſe es auch bemerkt und wie ſie es aufgenommen, konnte die Kleine, deren Scharfſinn, einmal geweckt⸗ ſich frühzeitig zu entwickeln ſchien, nicht zugleich beob⸗ achten wahrſcheinlich hätte es ihr auch keine Frucht Lagen, denn Chriſtinen's ruhiges Geſicht verrieth, egenſatze zu den beweglichen Zügen ihrer Mutter, die Regungen ihres Innern.