Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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macht er am Ende mehr aus dem kleinen Unwohl⸗ ſein als es verdient. Laß uns noch bleiben, Mutter, und Bernhard mag den Großvater hereinrufen mit meinem Herrn Pathen.

Thue das ſelbſt, Chriſtine, entſchied die Mutter, und wünſche ihm dabei zugleich gute Nacht, dann ſieht er, daß Dir nichts mehr fehlt und alles iſt abgemacht. Chriſtine gehorchte, und Frau von Lin⸗ den wechſelte mit ihrem Sohne einen Blick, welchen Barbara bemerkte. Sie war noch ſehr jung und unerfahren, aber daß hier etwas beſonderes obwalte, errieth ſie doch. Die Rede des Großvaters und deſſen Aufforderung, ihr alles zu erzählen, was Chri⸗ ſtinen vor dreizehn Jahren betroffen, und ihre Ver⸗ heirathung verhindert hatte, waren ohnehin ſchon geeignet geweſen, ihren Antheil im hohen Grade zu erregen. Seit einem Jahre war ſie erſt im Hauſe und bisher hatte ſich keine Gelegenheit gefunden, ſie ein Geheimniß, das man ihr vorenthielt, ahnen zu laſſen. Nun ſie die Andeutung eines ſolchen gehört, hätte ſie kein Mädchen ſein müſſen, um ſich nicht nach Mitwiſſenſchaft zu ſehnen, und ſie kannte den Born ſchon, an dem ſie ihren Durſt ſtillen konz Der Großvater, der ſich gegen alle Verheimlicht zwiſchen Verwandten erklärt hatte, gab ihr