Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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Zweites Rapitel. Aus der Ferne.

Chriſtine war kräftig in jeder Beziehung, ſie hatte die momentane Schwäche ſchon überwunden, als kaum die beiden Männer das Zimmer verlaſſen hatten. Die bleiche Farbe, welche ihr Antlitz über⸗ zogen, wich, nachdem ſie ſich gefaßt hatte, einem eben⸗ ſo raſch aufwallenden Roth, das ihr einen ganz fremdartigen Ausdruck lieh: den einer tiefen Scham. Einen forſchenden Blick warf ſie auf Barbara, als wolle ſie deren Gedanken durchdringen, dann ſagte ſie mit einem unwilligen Kopfſchütteln zur Mutter:

Nicht wahr, ich bin recht kindiſch? Aber es iſt ſchon vorüber rufe doch den Großvater herein, es iſt draußen noch keine Freude in der Nachtluft.

Laß ſie nur! wandte ſich Frau von Linden

an ihren Mann, welcher ſchon dem Wunſche Chriſti⸗ nen's Folge leiſten wollte.Es iſt überhaupt ſpät und Ihr Mädchen könnt zu Bett gehen. Ich werde für den Gaſt ſchon ſorgen.

Ich möchte nicht gern von ihm für ein ver⸗ zärteltes, ſchwaches Weſen gehalten werden, ſagte Chriſtine.Wenn er mich nicht mehr findet, ſo

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