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aber die Tafel aufgehoben war, Barbara wiederum ein Dankgebet geſprochen, und Frau von Linden alle in das Familienzimmer geführt hatte, wo unterdeſſen Licht angezündet worden war, rief er lebhaft:„Nun wollen wir plaudern! Per Dio, ich war hungrig, wie ein Wolf aus Polen— was ſchneideſt Du für ein Geſicht, Heinrich? Hab' ich'was geſagt? Frau Ge⸗ vatterin— Ihr geſtattet mir doch, daß ich Euch ſo nenne, da Ihr mir die Ehre erzeigt habt, mich bei Eurem erſten Kindlein als abweſenden Taufpathen ins Kirchenbuch eintragen zu laſſen, ſind freilich an dreißig Jahr her, denk' ich, und mein Pathchen muß ſchon einen hübſchen Bart haben—“ hier wurde er durch ein neues Zucken im Geſicht ſeines Freundes ſtutzig gemacht und ſah, gleichſam Hilfe ſuchend, zu dem Großvater, der von dem Anſtoß, welchen die Reden des armen Erdmann überall erregten, beln⸗ ſtigt ſchien.
„Laßt Euch nicht irre machen,“ ſagte der alte Herr lächelnd.„Meine Frau Tochter wird Euch für die Wölfe ihrer Heimath, wenn ſie auch eine Polin iſt, nicht den Handſchuh hinwerfen, und da Ihr nicht bei der heiligen Taufhandlung ihres erſten Kindes zugegen waret, ſo iſt es menſchlich, wenn Ihr nicht genau wißt, ob es ein Männlein oder ein


