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Linden bejahte es, der Gaſt gab dem Knechte, der herbeigerufen worden war, um das Pferd in den Stall zu führen, noch einige Warnungen vor der Bosheit des Thieres auf den Weg und ließ ſich dann zu der Geſellſchaft führen, die mit dem Eſſen auf ihn wartete.—„Erdmann Haugwitz, ſo wahr ich lebe!“ rief der Großvater, der ihn jetzt erkannte.„Wie ſieht man Euch denn einmal wieder?“
Der Fremde machte erſt der Frau vom Hauſe und den beiden Fräulein ſeine Reverenz, ehe er die Frage des alten Herrn beantwortete:„Ja, Herr Landeshauptmann, der Erdmann Haugwitz kann es draußen nicht mehr aushalten: es iſt ſchön in der Ferne, aber daheim iſt es beſſer.“
„Das iſt ein gut ſchleſiſcher Spruch,“ ſagte der Hausherr.„Setze Dich— nimm vorlieb, wie Du es findeſt.“
Frau von Linden lud den Gaſt freundlich ein, an ihrer Seite Platz zu nehmen; ſie hatte ſchon viel von ihm gehört, wenn ſie ihn auch heute zum erſtenmale ſah. Chriſtine ſorgte ſchnell für die Be⸗ wirthung und im letzten verglimmenden Tagesſchein wurde noch das ländliche Mahl genoſſen, bei welchem Haugwitz alle Fragen nach ſeinen Reiſen und Erleb⸗ niſſen im Auslande nur kurz beantwortete. Nachdem


