Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Hedwig's Vater ſeinen Wunſch eröffnet und dieſer bereits insgeheim mit ſeiner Gemahlin geſprochen, noch ehe ſie den Rückweg auf den Altenſteig antraten. Frau Eliſabeth glaubte das Herz ihres Kindes längſt erforſcht zu haben und als ſie, ehe Lienhard auf dem Altenſteig ankam, mit zarter Schonung in klare Frage kleiden wollte, was eine Entſcheidung für das ganze Leben in ſich trug, da ſank ihr Hedwig an die treue Mutterbruſt und geſtand ihr, daß Lienhard ihr ſchon auf dem Feſte, wo ihnen der Tanz, der den Abend krönte, eine Gelegenheit gegeben, Alles geſagt habe, ſie habe ja immer an ihn geglaubt und lege ihr Glück in der Eltern Hand.

Die Eltern wollten ja nur ihres Kindes Glück. Als Lienhard nun erſchien und in Aller Augen las, daß ſeine Bitte erhört ſei, da wurde der Bund der Herzen, der früh geknüpft, oft geſtört, aber nie ganz zerriſſen war, auf's Neue unauflöslich geſchloſſen. Nur einen Tag durfte Lien⸗ hard weilen, dann rief ihn die Ehre wieder an die Seite ſeines ritterlichen Herrn, um die Feinde aus den letzten Burgen Oeſterreichs zu vertreiben und den Sieg bis tief hinein nach Ungarn zu tragen. Als endlich der Friede nach Jahresfriſt mit dem neuen Könige Wladislaw geſchloſ⸗ ſen war, kehrte Lienhard mit dem Heere nach Deutſchland zurück. Es ſchmerzte ihn, daß er die Wolffeneggiſchen Beſitzungen, die er nimmer angenommen hätte, nicht dem rechtmäßigen Herrn zurückſtellen konnte: der rothe Diez