keine Einladung mehr auf den Altenſteig gekommen und
ohne Befehl nahte ſich auch Hager dem Fürſten nicht. Als nun ein ſolcher in ſo beſtimmter Faſſung erſchien, war es natürlich, daß Frau von Altenſteig bei dem Hofjunker, der ihn gebracht, forſchte, ob eine Feſtlichkeit die Urſache ſei und als dieſer von fremdem hohem Beſuche ſprach, den er nicht nennen dürfe, wurde es nothwendig, dazu auch würdig zu erſcheinen.
Fürſtlicher Beſuch war eingetroffen zu Linz: Herzog Albrecht von Baiern mit ſeiner Gemahlin. Hedwig er⸗ röthete lebhaft vor Freude, als ſie in der großen Feſthalle unter den Anweſenden davon vernahm, nicht lange dauerte es, ſo erſchien unter dem Vortritt des ganzen Hofſtaates der Kaiſer, ſeine ſchöne Tochter führend, welcher der Her⸗ zog und die übrigen fürſtlichen Gäſte, die ſich eingefunden hatten, folgten. Die Feſtlichkeit galt der Befreiung Wiens, welche geſtern dem Kaiſer durch einen Eilboten des römiſchen Königs gemeldet worden war. Dieſer Bote befand ſich heut im Gefolge des Kaiſers und war ein Gegenſtand der allge⸗ meinen Aufmerkſamkeit, denn er war auch ein ſchöner, jun⸗ ger Mann, mit einem edlen, nur etwas zu ernſten Antlitze.
A1Als die gewohnte Runde gemacht war, der Kaiſer mit Vielen geſprochen, die Herzogin ihre geliebte Hedwig, deren tiefe Bewegung und bebende Stimme ſie wohl verſtand, innig und mit verheißendem Blick begrüßt hatte, wandte ſich der Monarch plötzlich um und winkte den jungen Edel⸗


