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des Sturmes führend, in ſeine Nähe gelangt, als er an der Schulter verwundet wurde und die erſten Stürmenden, abgeſchlagen von der Höhe der Breſche, ſeine Schaaren durchbrachen.
„Laßt zum Abzug blaſen, gnädiger Herr! So gewin⸗ nen wir die Burg nicht!“ rief eine bittende Stimme. Er ſah Lienhard neben ſich, der ſeine Bruſt dem nachſtürzen⸗ den Feinde entgegen warf, das kaiſerliche Panier, das er nicht in ihrer Gewalt gelaſſen, hoch in der Fauſt ſchwin⸗ gend. Da riefen die Trompeten zum Ablaſſen vom Streit, damit erſt eine neue Sturmſäule geordnet werde. Es war aber keine zweite Anſtrengung nöthig. Die ungariſchen Hauptleute, die Unmöglichkeit des längern Widerſtandes einſehend und dem Zäpolya fluchend, der nur an ſein wun⸗ derſchönes Weib, des Herzogs von Teſchen Tochter, und an ſeine Schätze gedacht, warteten keinen neuen Sturm ab, ſondern übergaben die Burg dem Könige, der ihnen freien Abzug bewilligte. Jetzt durfte ſich Lienhard, der unter den Augen ſeines Herrn gekämpft hatte, ſich deſſen Antlitz nicht länger entziehen. Nach dem Einzuge in das Schloß ſeiner Väter, hielt Maximilian einen feierlichen Königstag, wo er auch Lienhard vor ſich treten ließ, ihm für ſeine Treue und ſeine Thaten dankte, und vor der zahl⸗ reichen Verſammlung zu ihm ſprach:
„Du haſt aus eig'ner Kraft, wie einſt die Ahnherrn der Ritter, die um Uns verſammelt ſind, auch gethan, Dich 15
1858. XIII. Aus eig'ner Kraft. 1.


