Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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das Unglück des Augenblicks auch noch ſo groß ſein, es giebt ein tieferes Unglück, das iſt die Unterdrückung des Vaterlandes, und ich zweifle nicht eine Minute, daß Ihr der Erſte ſein werdet, wenn es gilt!

Der Bürgermeiſter wurde ſelbſt hingeriſſen von der Begeiſterung, welche in Lienhard's Worten wehte, aber die ihm eigene Vorſicht, wie die große Verantwortung, die auf ihm lag, dämpfte doch dieſe Anwandlung bald wieder und er bat, keine voreilige Gährung in der Stadt zu nähren. Lienhard beruhigte ihn darüber, denn er wußte wohl, daß die rechte Stunde noch lange nicht gekommen ſei. Aber ſie nahte mit jedem Tage. Die Königin Beatrix und alle Großen des Ungarlandes, welche zu Wien mit dem König verweilt hatten, verließen alsbald die Stadt, um die neue Königswahl zu betreiben. Einzelne verlorne Nachrichten liefen ein, daß in den vorderöſterreichiſchen Landen gerüſtet werde, ſie kamen auf geheimen Wegen nach Wien, ſie ver⸗ breiteten ſich immer mehr, ſchon wollte man Gewißheit haben, daß Erzherzog Max mit Heeresmacht, welche täglich anſchwelle, die Donau hinabziehe, um das Reich ſeiner Väter wieder zu erobern. Endlich klang die Botſchaft wie eine Sturmglocke durch die Stadt: der Erzherzog ſtehe bei Mölk! Da brachen auch zu Wien ſchon, trotz der ſtarken ungariſchen Beſatzung, Unruhen aus; der Statthalter Zä⸗ polya ließ den Bürgermeiſter und einige Rathsherren ru⸗