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ches Jahrzehend leben. Eine tiefe Trauer, daß die Gele⸗ genheit zur Befreiung abermals durch die Macht der Ver⸗ hältniſſe verloren gegangen war, bemächtigte ſich der Ge⸗ müther, die es mit dem Vaterlande redlich meinten und nur die wunderbare Erhaltung Maximilian's in der Todes⸗ gefahr auf der Martinswand, deren Kunde die Liebe und der fromme Glaube des Volkes ſchnell über ganz Oeſter⸗ reich verbreitete, gab wieder neuen Muth in der Zuverſicht, daß der Herr, der ihm ſeinen Engel geſandt, ihn zu retten, den Fürſten noch zu Größerm und Herrlicherm, als er be⸗ reits vollbracht, auserſehen habe.
Das heilige Oſterfeſt nahte wiederum, Palmſonntag war angebrochen, die Glocken riefen die Gläubigen zur Kirche. Auch Lienhard führte ſeine Großmutter, die längſt nicht mehr ſo rüſtig war, zum Altar des Herrn, er hatte am vergangenen Tage viel Freudiges erfahren und wollte Gott inbrünſtig dafür danken. Ihm war die Kunde ge⸗ geben worden, daß der Kaiſer, wie auch der Erzherzog, ſein geweſener Herr, von Allem unterrichtet ſeien, was er in ſeiner Treue gethan,— an der Wahrheit konnte er nicht zweifeln, denn der König, dem er in einer Sänfte begegnet war, und der ſeine Träger, wie ſein ganzes Gefolge hatte halten laſſen, hatte ihn zu ſich gerufen und es ihm ſelbſt geſagt, wie er ſein Verſprechen erfüllt habe. Manch' fin⸗ ſterer Blick aus den harten gelben Geſichtern ſeiner unga⸗


