Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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war, das wußten jetzt Alle, welche ſie betroffen hatte, auch Herzog Albrecht von Baiern, der ihr das Glück ſeines Le⸗ bens verdankte. Ihn hieß der Kaiſer nun herzlich als ſei⸗ nen Eidam willkommen und der Fürſt entſagte der Mitgift ſeiner Gemahlin, dem Lande Tirol, welches ihm Erzherzog Siegmund etwas zu leichtſinnig verſchrieben hatte. Dieſer war unterdeſſen durch ſeine Räthe in böſe Händel und einen blutigen Krieg mit Venedig verwickelt worden und bei der Unzufriedenheit im Lande, die ſich offen äußerte, der Regie⸗ rungsſorgen von Herzen überdrüßig, ſo daß er leicht bewogen wurde, Tirol noch bei Lebzeiten an die kaiſerliche Linie von Habsburg abzutreten. Nur ſieben Schlöſſer behielt er für ſich, auf die er ſeinen Namen, als Siegmund's⸗Freud, Luſt, Ried,Burg,Eck, ⸗Ruh undKron, übertrug. Auf Siegmund'skron in herrlicher Lage bei Botzen hat er

ſich beſonders gern aufgehalten und noch lange in ſorgen⸗

loſem Genuſſe der Gegenwart gelebt. So wurden die getheilten Lande wieder vereinigt und manche Krone ſollte den Nachkommen Maximilian's noch zufallen.

Aber noch immer blieb Wien und ein großer Theil von Oeſterreich in fremder Gewalt und es ſchien faſt, als werde der Heimfall an das Erzhaus, wie er durch einen Artikel des Vertrages feſtgeſetzt worden war, nämlich der Tod des Königs Matthias abgewartet werden müſſen. Der aber war erſt im rüſtigſten Mannesalter und konnte noch man⸗