Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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hard konnte ſeiner Ueberzeugung nicht untreu werden, und bereute ſeine Selbſtverleugnung, ſo lockende Anerbietungen abzulehnen, nicht einen Augenblick. Er wollte auch jetzt noch für die Sache ſeines Herrn thätig ſein, auch wenn dieſer nie oder nur nach ſeinem Tode erführe, daß er doch der Gnade, die ihm durch heimliche Feinde geraubt wor⸗ den war, nicht unwürdig geweſen ſei. Darum beſchloß er in Wien zu bleiben und die treue Geſinnung der Bürger⸗ ſchaft, ſo viel an ihm war, dem Kaiſer erhalten zu helfen, wie einen Fugken unter der Aſche, der einſt wieder in helle Flammen atksbrechen kann. Die Hoffnung auf beſſere Zeiten lebte feſt in ihm und der lichte Stern für Oeſter⸗ reichs Zukunft, dem er vertraute, war der ritterliche Ma⸗ rimilian, welcher bereits zu Frankfurt am Main von den Kurfürſten einſtimmig zum römiſchen König gewählt und hierauf mit großer Pracht gekrönt worden war. Wenn die Verhältniſſe in den Niederlanden ihm nur gleich er⸗ laubt hätten, ſein Schwert zur Wiedereroberung ſeiner Erb⸗ lande zu ziehen, in welchen der Feind jetzt nach dem Falle von Wien reißende Fortſchritte machte! Aber er wurde durch neue Gährung nach Flandern zurückgerufen und der Kaiſer war genöthigt, abermals einen Reichstag zu Cöln zu halten, auf welchem er die Fürſten, die mit ihm wegen eines Kammergerichts unter bedeutenden Rechtsforderungen unterhandelten, eben ſo ſäumig fand, die Reichshülfe end⸗ 14*