Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Nach dem erſten Austauſch der Erlebniſſe, als die Großmutter beſonders ihrem Herzen Genüge gethan und den Heimgang ihres Gatten mit allen Umſtänden geſchil⸗ dert hatte, ließ es ſich Meiſter Brand nicht nehmen, gleich die Erbfrage zur Sprache zu bringen. Davon wollte aber Lienhard nichts wiſſen. Er war in der Familie lange Jahre hindurch für todt gehalten worden, und ſollte jetzt an einer Erbſchaft, die ohne ſeine Wiederkunft ungeſchmä⸗ lert ſeiner Schweſter zugefallen wäre, Theil nehmen! Seine Weigerung brachte jedoch einen heftigen Sturm gegen ihn hervor, den er nur dadurch beſchwichtigen konnte, daß er einſtweilen Alles auf ſich beruhen ließ, da es in der friedloſen Zeit doch nicht zu ordnen war.

Es ſtand jetzt nichts mehr im Wege, daß die Trau⸗ ung Leni's mit ihrem Verlobten, ſobald die ſchickliche Zeit nach dem Tode des Großvaters verfloſſen war, in aller Stille gefeiert wurde. Lienhard aber ging mit ſich zu Rathe, was er nun weiter unternehmen ſolle. Er hatte ein glänzendes und, ſo weit es ſich beurtheilen ließ, glück⸗ liches Loos ausgeſchlagen. Der König von Ungarn, wel⸗ chen ein fremder Einfluß günſtig für den ihm ſonſt unbe⸗ deutenden jungen Mann geſtimmt hatte, war durch ſich ſelbſt Alles, was er geworden war, er achtete daher die

gleiche Thatkraft auch in Andern. Gewiß würde er ihm eine ſchöne Zukunft der Ehren bereitet haben. Aber Lien⸗