Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

207

Dich in meinen andern Landen ausſtatten, Du ſollſt den Erbfeind der Chriſtenheit bekämpfen! Giebt es keinen Preis, bedenke Dich wohl, welcher Dich glücklich in Ungarn machen könnte2

Die Frage klang ſo beziehungsvoll, daß Lienhard ſein Auge in offener Verwunderung zu dem Könige erhob. In dieſem Momente trat ungemeldet durch die Thüre nach den innern Gemächern ein greiſer, fürſtlich gekleideter Mann ein, dem eine ſchöne, ſchlanke Jungfrau folgte. Lienhard erkannte Helena Serenyi, und der Greis mußte ihr Vater ſein. Aus ihren Feueraugen traf ihn ein Blitz, dann verſchwanden ſie, mädchenhaft geſenkt, hinter den weißen Lidern und nur der Graf begrüßte Lienhard mit einer Bewegung der Hand, ohne ſich durch die Gegenwart des Königs, ſeines Verwandten, ſtören zu laſſen.

Hier, mein Vetter, ſprach Matthias Corvinus, iſt der Mann, dem Ihr die Schonung und Pflege habt angedeihen laſſen. Bedankt Euch, Lienhard, bei dem Gra⸗ fen Serenyi, und mehr noch bei meiner Nichte Helena, welche für Euch beſondere Sorge getragen hat.

Lienhard, noch kaum geneſen, war durch dieſe raſch ſich folgenden Eindrücke mächtig aufgeregt, aber eben das gab ihm auch die Kraft, in der Haltung, die ſich nicht über⸗ hob und ſich doch nichts vergab, dem Grafen und ſeiner Tochter Worte des Dankes zu ſagen, warm aus dem Her⸗