Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

hatten nur den König im Auge und bemerkten den Mann nicht, der neben der Thüre ſtand, er aber erkannte ſie gleich: es war Dietrich von Wolffenegg und ſein Freund Konrad vom Wachberge, Beide als Diez und Kunz im ganzen Wie⸗ nerwaldviertel gefürchtet.

Was wollt Ihr? ließ ſie der König, als ſie das Knie vor ihm beugten, rauh an.

Dietrich begann in demüthigen Worten über die har⸗ ten und unerſchwinglichen Steuern zu ſprechen, mit denen auch ſie, gegen die bisherigen Vorrechte des Grundadels, belaſtet worden und bat um Erlaß derſelben. Konrad, da er den König ſo gelaſſen ſah und das eichen nicht ver⸗ ſtand, vor welchem Lienhard's Begleiter dieſen einſt ge⸗ warnt hatte, glaubte recht klug zu handeln, wenn er einige Andeutungen über ihre Verdienſte um den Fortſchritt des Königs im Lande fallen ließ.

Da fuhr Matthias plötzlich auf, wie der Löwe, mit welchem man ihn oft genug verglichen hatte; und vor dem Grimm ſeiner Stimme, die wirklich der desHerrn der Wüſte glich, wähnten die Bittſteller zu vergehen. Er nannte ſie Verräther an ihrem Herrn und, wie er manchem der Wiener Bürger gethan, von dem er wußte, daß er die Uebergabe der Stadt aus Furcht und Eigennutz eifrig be⸗ trieben hatte, legte er ihnen noch eine weit größere Steuer auf, als diejenige, über welche ſie ſich beklagten und drohte