Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

fall, der mich von meines Oheims Seite getrennt hat, nicht mißbrauchen. Laßt uns dieſen Pfad nehmen, ſo ſchneiden wir den Bogen ab und kommen wieder an die Spitze.

Um keinen Preis! rief der Herzog lebhaft.Die⸗ ſer Pfad geht ſteil bergab, ich bin für Eure Sicherheit verantwortlich! Fürchtet nicht, ſetzte er mit innigem Tone hinzu,daß ich das Glück, das mich mit Euch von den Andern getrennt hat, mißbrauchen werde. Nur eine einzige Frage will ich thun.

Sie trieb ihr Pferd ſchärfer an, daß es die Feder⸗ büſche, welche ſeinen Kopf ſchmückten, aufſpringend ſchüttelte.

Ich bin Eurer Ritterehre anvertraut, Herzog Al⸗ brecht, ſagte ſie.

Und wahrlich, Ihr ſollt Euch nicht in mir täu⸗ ſchen! rief er.Meine Frage iſt nur, wie kann ich des Kaiſers Abneigung gegen mich beſiegen, mir ſeine Gnade wieder gewinnen?

Habt Ihr keine Schuld, daß ſie Euch verloren ge⸗ gangen iſt? fragte Kunigunde, von ihrer Herzensbangig⸗

keit durch dieſe Wendung ein wenig befreit.

Wenn ich mich nicht ganz frei von Schuld fühle, erwiederte er,ſo theile ich ſie mit andern Fürſten des Reichs, aber davon will ich nicht reden, das iſt nicht für die Tochter des Kaiſers. Ich wünſche aber von ganzem