8
aber ein grader Fußpfadführte ſchneller hinauf und droben ſaß ſich's herrlich beim Becher Wein, mit der Ausſicht auf die Ferner im lieben Stubaier Thal. Andere wanderten be⸗ quemer am Ufer des Fluſſes dahin, und ſchauten ſich die ſchneebedeckten Berge, die das Innthal einſchließen, nur von unten an. Die Wallfahrt dort, mit der Kirchenfahne voran, wohl hundert Menſchen in allen Trachten des nörd⸗ lichen Tirol, mochte wohl ſchon weit her kommen und war noch auf längere Zeit mit Vorrath eingerichtet, ſie zog der Waldraſter Spitze zu, welche ihre ſcharfe Pyramide in den reinen Himmel erhob. Gſegne Gott Euren Bittgang! Dort kam von der Abtei Wiltau her, welche dicht an der Stadt liegt, eine Jagdgeſellſchaft gezogen, Alles zu Pferd, auf koſtbar geſchirrten Roſſen, auch Frauen dabei,— voran „Vater“ Siegmund, wie der Erzherzog allgemein genannt wurde, wobei der ſchelmiſche Tiroler dem Wort aber noch eine ganz andere Bedeutung, als die herkömmlich ehrbare, gab. Seine Frau Gemahlin, Katharina von Sachſen, war nicht bei ihm, ſie liebte die Jagd nicht und war daheim geblieben; ſtatt ihrer ritt ein wunderſchönes junges Fräu⸗ lein an ſeiner Seite, hier aber fand keine leichtfertige Zunge Anlaß zu Bemerkungen, denn ganz Innsbruck wußte, daß es die Tochter des Kaiſers ſei, welche dieſer nach Tirol ge⸗ ſchickt hatte, um hier vor den Stürmen des Krieges ge⸗ ſichert zu ſein. Auch ritt zu ihrer Linken ein junger fremder


