Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Herr, welchen Niemand kannte, der aber, nach ſeinem ſtatt⸗ lichen Roß und der prächtigen Kleidung, auch ein Fürſt ſein mußte, und dieſer unterhielt ſich gar angelegentlich mit der Erzherzogin, ſo daß ihn die ehrlichen Tiroler wohl für einen Freier halten konnten, der ihr nachgefolgt ſei, um hier ungeſtört zu werben. Wären ſie nur, als ſie am Waſ⸗ ſerfall vorüber waren, hinter der Sillbrücke nicht ſo raſch geritten, damit man's hätte dem kaiſerlichen Fräulein ein wenig mehr abmerken können, wie ſie die Werbung auf⸗ nahm. Sie hatte immer auf ihren Falken geſchaut, den ſie mit der Haube verkappt auf ihrer Hand trug, nicht ein einzig Mal auf den edeln Herrn in Hellblau und Weiß an ihrer Seite. Aber die Tirolerin am Wege, welcher ihr Begleiter das bemerklich machte, lächelte dazu und ſteckte ſich ſchweigend die Blume, die ſie gepflückt hatte, hinter das Ohr. Sie wußte, daß man Einen nicht anzuſchauen braucht, um doch Alles zu hören und gut aufzunehmen, was er ſagt.

Stromabwärts, eine Stunde von Innsbruck, auf einer gebietenden Höhe liegt das Schloß Ambras, vor Zei⸗ ten der Sitz eines eigenen Grafengeſchlechts, welches das ganze Unter⸗Innthal als Grafſchaft Ambras(richtiger Am⸗ ras geſchrieben) beherrſchte. Es gab einmal dreißig Graf⸗ ſchaften im heutigen Tirol, welche ganz unabhängig neben einander das Land, das noch keinen gemeinſchaftlichen Na⸗