Teil eines Werkes 
1. Bd. (1858)
Entstehung
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Den ſtarren Bürgerſinn Meiſter Ringhamer's, der ſein Gefühl nimmer verſtanden hätte, zu beugen, durfte er nicht wähnen; aber die Großmutter war ihm wohl eher zugäng⸗ lich, wenn er ihr ſchilderte, daß es ihm unerträglich ſei, in Wien zu bleiben, wo er täglich Menſchen begegnen konnte, die ihn in ſeiner frühern glänzenden Lage geſehen hatten, daß er ihrer Verhöhnung und was ihm noch bei Weitem unerträglicher fallen würde, ihrem Mitleid ausgeſetzt ſei es kam ihm, wie er nie ſeinen Gedankenflug zügelte, ſogar einen Moment ein, das mitfühlende Frauenherz ſeiner Großmutter durch eine Andeutung an das zarte Verhältniß, in welchem er zu einer der edelgebornen Fräulein am Hofe geſtanden habe, zu gewinnen, da es doch auch für dieſe verletzend ſein müſſe, ihn vielleicht durch Zufall und unter ſo ganz veränderten Verhältniſſen wieder zu ſehen. Aber kaum gefaßt, verwarf er dieſen Gedanken wieder, der ihm eine Entheiligung ſchien.

Der Meiſter, nachdem er keinen Widerſpruch mehr hörte, hatte Frau und Enkelin endlich hereingerufen und die Familie genoß, wiederum ziemlich ſchweigſam, die Morgenſuppe. Als ſie damit fertig waren, erklärte Lien⸗ hard, daß er nach dem Schottenkloſter gehen müſſe, um ſeine Habſeligkeiten zu holen, welche er dort gelaſſen, weil er nicht geglaubt habe, hier längere Zeit zu bleiben.Gut, hol' Deine Sachen, halt' Dich nicht lange auf, ſagte der