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halb verſteckt, hielt ſie wohl Jeder für ein Raubneſt, wie deren ſo viele auf den ſchönen Bergen unſers Vaterlandes lagen, den friedlichen Einwohnern, beſonders den Kauf⸗ leuten, die ihren Handel doch mit Waaren und Gütern fernhin betreiben mußten, zum Verderben. Wer hätte gemeint, daß in jenem ſtarken, trotzigen Gemäuer ein ſo herzerquickendes Bild ſich darſtellen könne, wie jetzt das traulich vereinte Paar, das in unvergänglicher Liebe und Treue zuſammen alt geworden war und ſeine Tage ſtill und zufrieden verlebte? Aber es war nicht das einzige wohlthuende Bild, das ſich einem Beſucher des Altenſteigs hinter den ſchützenden Mauern bot, denn der Geiſt, der im Herrenhauſe waltete, hatte ſich auch allmälig den Burgleuten mitgetheilt, ſo daß eine ſeltene Eintracht und Freundlichkeit unter ihnen herrſchte, die ſich bei jeder Ge⸗ legenheit kund gab.
Der Abend war nun ſchon weit vorgerückt und wie es in alter Zeit Sitte war, frühzeitig die Nachtruhe zu ſuchen, um des Morgens recht früh aufzuſtehen, gingen die Eltern, die noch viel von ihrem Kinde geſprochen hatten, bald nach der Abendmahlzeit zu Bett, ſich auf Nachrichten von Hedwig vertröſtend, wenn ein unvorhergeſehenes Er⸗ eigniß die Reiſe des Erzherzogs Siegmund, welchem ſich ihre Tochter anſchließen ſollte, etwa verzögert hätte. Freilich war es damals mit den Nachrichten, die heut mit
1858. XII. Aus eig'ner Kraft. I.


