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11 hellem Tage in ihren ſchönen und wechſelnden Formen dem Auge ſo wohlthuend, allmälig zu einer zuſammenhän⸗ genden finſtern Wand erſtarrte, aus welcher nach einiger
Zeit auf halber Höhe ein trübes Licht ſichtbar wurde.
Der rothe Schein kam aus einem Thurmfenſter jener grauen, kleinen Feſte, die vom Marienberge wahrgenom⸗ men werden konnte, es war wie der Blick eines böſen Auges. Aber denen, welche ſich jetzt nach dieſem Lichte wandten, das ihnen den bekannten Aufweg zeigte, kam es durchaus nicht vor, wie ein unheimliches Wahrzeichen, denn ſie gehörten ſämmtlich zu der Burg und die Dame auf dem Wagen war die Hausfrau des Schloßherrn, der ihrer Rückkehr bereits mit ſteigender Ungeduld harrte.
Der Wächter hatte das Zeichen gegeben, das äußere Thor wurde geöffnet, eine Fackel leuchtete den Ankommen⸗ den entgegen und blendete ſie, daß ſie nicht gleich ſehen konnten, wer vor ihnen ſtand.
„Bringſt Du ſie?“ tönte der Frau die volle, tiefe Stimme ihres Herrn und ſie erſchral auf ihrem Sitze. Er, der ſeit Monden ſchon von der Gicht hart geplagt, an ſeinen Seſſel gefeſſelt war, hatte die Kraft gefunden, bis an das äußere Thor im Ringwall entgegen zu kommen, nicht ihr, der Frau, wie theuer ſie auch ſeinem Herzen war, ſondern ſeinem Kinde, ſeinem Liebling!
Ihr that es ſo weh, daß ſie ihm keine freudige Bot⸗


