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antrat. Die Stunde verging und die Schatten legten ſich immer länger über die Thalbreiten; auf der Höhe nur ſchimmerte noch der volle Glanz der Sonne, ehe ſie im Weſten in das wallende Meer von Purpurglut verſinken würde. Da ſtand die Frau endlich mit einem tiefen Seufzer auf, um ſich von ihrem Lug in's Land zu trennen; eben kam auch ein alter Diener die Höhe heraufgeſtiegen, um ſeine Herrin zum Aufbruch zu mahnen.
„Geſtrenge Frau, es wird finſter, ehe wir heim kom⸗ men,“ ſagte er ehrerbietig, den grauen Kopf entblößend.
Sie folgte ihm, ohne ein Wort zu ſprechen; noch einmal ſegnete ſie ſich vor der Mutter Gottes mit dem Zeichen des Heils und befahl ihrem Schutze das geliebte Kind, das ſie hier zu empfangen gehofft hatte, dann ſtieg ſie ſtill mit dem alten getreuen Diener den Abhang her⸗ nieder, wo im ſchützenden Gebüſch ihr Wäglein ſtand, mit ſechs bewaffneten Knechten, die ihr das Geleit gaben. Ein trauriges Zeichen, wie ſchlimm die Zeit war, daß auf dem eigenen Grund und Boden ein Ausflug über die Tragweite der Büchſen von der Thorzinne nicht mit Sicherheit ohne Waffenſchutz unternommen werden konnte!
Der Diener half ſeiner Herrin, als ſie den Wagen beſtieg, dann nahm er ſelbſt die Zügel aus den Händen des Reiſigen, dem er ſie, während er auf dem Berge war, zu halten gegeben hatte und ſchwang ſich auf den Strohſack


