Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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das ſie ernſtlich zu beſchäftigen ſchien, zeigte an,

daß die Capricen des Wahnſinns in ihrem Kopfe

ſich zu denen des Somnambulismus geſellt hatten. . Auf ihren Knien hielt ſie das Fach, woraus ſie der Reihe nach die Goldröllchen hervorzog, um ſie zu zerbrechen und ſodann die auf dem Teppich umherliegenden Goldſtücke zu ſymmetriſchen Reihen zu bilden. Das Blut, das aus der Wunde geſpritzt war, hatte ſich mit dieſem Spiele vermiſcht, und lachend tauchte die Wahnſinnige die Finger darein. Als man Lucien mit Gewalt aus dieſem verhäng⸗ nißvollen Zimmer fortgebracht hatte, wachte ſie nur auf, um in gräßliche Zuckungen zu verfallen, während welcher das letzte Verſtandes⸗Fünichen bei ihr vollends erloſch. Die Scene, welche fünf Monate zuvor geſpielt hatte, wiederholte ſich nun, nur tragiſcher. Die gerichtliche Unterſuchung that in peremptoriſcher Weiſe dar, daß Frau Gorſaz in einem Anfall von Som⸗ nambulismus ihren Gatten umgebracht habe, gegen den ſie ſeit Arthur v. Aubian's tragiſchem Tode einen unverſöhnlichen Haß genährt. Nicht minder ſchien bewieſen, daß ſie im Schlaf nur ein ſchon längſt beabſichtigtes Attentat ausgeführt. Unter den Mitgliedern der Anklagekammer dachte mehr denn eines, es entſchuldige nicht einmal der Schlaf den Mord genugſam, und es müſſe alſo der Fall zur Aburtheilung vor die Geſchworenen gebracht werden;

als jedoch der Wahnſinn der Angeklagten gerichts⸗ ärztlich conſtatirt war, lag kein Grund mehr zu ei⸗

nem Criminalprozeſſe vor. Anſtatt in ein Gefäng⸗ niß geſperrt zu werden, wurde die Wittwe des Herrn Gorſaz in ein Privatkrankenhaus gebracht

was Vielen eine allzu gelinde Strafe zu ſein däuchte.