Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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X.

Im Jahre 1838 befand ſich unter den Neugierigen, welche die bekannte Anſtalt zu Charenton beſuchten, ein Städter von etlichen fünfzig Jahren. Von blühendem Ausſehen, wohlbeleibt, ſauber gekleidet und mit größ⸗

ter Sorgfalt gebürſtet, gab er den Arm einer Frau,

die, das Geſicht allein abgerechnet, in größtem Sonn⸗ tagsſtaat war, und einen Finger einem Kinde von vier Jahren, das die mütterliche Eitelkeit in martiali⸗ ſcher Weiſe in eine Artilleriſten⸗Uniform geſteckt hatte. Dieſe Gruppe ein Bild bürgerlichen Glückes, jenes letzten Reflexes patriarchaliſcher Sitten gehörte zu jenen, welche dem Künſtler ein boshaftes Lächeln ab⸗ nöthigen, den Philoſophen aber ſüß träumen laſſen.

Das Haupt dieſer intereſſanten Familie, das eben das intereſſante Söhnchen auf den Arm genommen hatte, um ihm die Bewohner der Anſtalt beſſer zei⸗ gen zu können, blieb plötzlich ſtehen beim Anblick einer noch jungen und ſchönen Wahnſinnigen, welche, ohne ihn zu beachten, über den Hofraum hinſchritt und

dabei Arthur's Namen in klagendem Tone murmelte.

Was iſt dir denn, Bonnemain? fragte die Frau im Sonntagsſtaat ihren Chemann;du biſt ja ſo weiß wie ein Leichentuch!

Oh! es iſt der Hunger, gab der frühere Ga⸗ leerenſträfling, ſeine ganze Kaltblütigkeit wieder er⸗ langend, zurück;wir wollen jetzt diniren. Achilles fängt an zu ſchlafen; die Narren machen ihm keinen Spaß; und was mich betrifft, ſo habe ich nun genug.

Bonnemainiſt, Dank dem Heirathsgut ſeiner Frau Gemahlin, Chef eines ſehr blühenden Geſchäfts ge⸗ worden, dem er noch zu dieſer Stunde vorſteht.

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