Teil eines Werkes 
2. Bd. (1859)
Entstehung
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der jungen Frau zu, die in einem lethargiſchen Schlafe zu liegen ſchien. Ohne ſie aufzuwecken, er⸗ faßte er ihren Arm, um das Schlagen der Arterie zu befragen, worauf er mit unruhiger Hand leicht über die Stirn der Schlafenden hinfuhr, die er ſo heiß fand wie den Alabaſter einer Tag und Nacht brennenden Lampe.

Das Fieber wird ſtärker, und das Gehirn fin⸗ det ſich mehr und mehr angegriffen, ſprach er, das Haupt mit bekümmerter Miene ſenkend, bei ſich ſelbſt.

Eine Weile betrachtete der Arzt mit ſchmerzli⸗ chem Mitleid das leidende Weſen, deſſen Leben er noch zu retten hoffte, wenn er ſich auch ſagte, daß der Verſtand wohl unretthar verloren ſei.

Gewiß iſt ihr ſeit geſtern etwas paſſirt, ſprach er dann halblaut zu einem Weibe, das, ſchon zien⸗ lich bei Jahren und von durchaus männlichem An⸗ ſtand, vor dem Kamine ſtand und der Weiſungen des Arztes gewärtig zu ſein ſchien.

Ich habe doch ſchon viele Kranke gewartet, antwortete die Wärterin und hob dabei die Angen zum Himmel empor;aber noch nie habe ich ſo etwas geſehen wie das, was hier vorgeht. Fürs Erſte iſt Madame heute Nacht, wie oft geſchieht, in ihrem Schlafe aufgeſtanden; dieß Mal aber hat ſie ſich zum Fenſter hinausſtürzen wollen. Schon war eine Hälfte des Körpers auf der andern Seite des Balcons, als es mir zum Glück noch gelang, ſie wieder hereinzuziehen.

Sie haben alſo geſchlafen? fragte Herr Mal⸗ let in einem Tone des Zorns.

Wenn der Sandmann bei mir auch ein bischen gekommen wäre ſehen Sie, man iſt eben nicht