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des Dolches, der ihm eben von ſeinem Freunde zu⸗ geſtellt worden war, gegen die Bruſt und ſtieß mit ſicherer Hand ſich die Waffe ins Herz. Noch einen Augenblick blieb er aufrecht und ließ dabei ſeine weit aufgeſperrten Augen auf dem Greiſe haſften, dem dieſe unheimliche Bezauberung einen unwill⸗ kürlichen Schrecken einjagte. Dann ſtürzte er, wie ein von der Axt gefällter Baum, plötzlich zuſammen. Von allen Seiten erhob ſich ein Schrei des Grauſens. „Todt!“ rief Doctor Mallet, der ſich unter den Erſten befand, welche auf den, der jetzt nur noch ein Leichnam war, zugeſtürzt waren;„ſie wahn⸗ innig, er todt! O Gott, möge deine Gerechtigkeit ihnen gnädiger ſein als die der Menſchen!“ „Mauſetodt!“ ſprach ſeinerſeits Bonnemain, in⸗ dem er ſich zu dem vor ihm liegenden jungen Manne neigte.„Sich ſo umbringen, weil man ihn zu zwanzig Jahren Galeeren verurtheilt hatte! Wie dumm! oh, wie dumm!...“
9.6
Drei Monate darauf, an einem unfreundlichen Winterabende, trat Doctor Mallet in das Gorſaz'⸗ ſche Haus, wohin er ſeit der Rückkunft von Bor⸗ deaux tagtäglich kam. Ohne erſt nach dem Greiſe ſich zu erkundigen, ging er alsbald in das Zimmer Luciens hinauf, deren beunruhigender Zuſtand die fleißige Pflege erheiſchte, welche der Arzt mit einer keinen Augenblick ſich verläugnenden Hingebung ihr zu Theil werden ließ. Behutſam öffnete er die Thüre des Schlafzimmers und trat auf das Bett


