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Puyſeul wollte eben den zweiten Flügel eines Huhns vom Teller wegnehmen; als er aber die eben geſprochenen Worte hörte, ließ er ihn liegen und ſtarrte ſeinen Freund an.
„Ich werde dir Stoff geben, dich auf meine Koſten luſtig zu machen,“ hob der letztere wieder an,„wenn ich dir geſtehe, daß ich nun zweiund⸗ dreißig Jahre alt bin, ohne daß mein Herz von der Liebe viel berührt worden.“
„O du Raphaeliſcher Magiſtrat! komm her, ſtoß an! Mögeſt du lange leben, oder beſſer, mö⸗ geſt du recht bald aufthauen!“
Mit dem verlegenen Lächeln eines Menſchen, der etwas zu ſagen wünſcht, um deſſen willen er ausgelacht zu werden fürchtet, fuhr Herr de la Ro⸗ chette alſo fort:
„Du erinnerſt dich noch, wie wir als Studenten lebten? Du liefſt dem Vergnügen nach, während ich fleißig war. Wie es ſcheint, ſo ſind wir beide die Alten geblieben. Was mich betrifft, ſo mußte ich mir meinen Lebensweg bahnen, und in der Magi⸗ ſtratur ſteht man ein wenig unter der Oberaufſicht der Congregation, die da verlangt, daß wir mit dem Beiſpiel guter Sitten vorangehen ſollen. Kurz, ſei es nun aus Vernunftgründen, ſei es aus Ehrgeiz, oder weil die Leidenſchaften bei mir erſt ſpät er⸗ wacht, ich habe bis jetzt das muſterhafteſte Leben geführt. Auf dem Schreibtiſch dort fiehſt du Acten⸗ ſtöße, auf dieſen Regalen aber Bücher: in dieſen zwei Dingen ſind, du magſt es mir glauben oder nicht, alle meine Erfolge, alle meine Abenteuer ent⸗ halten.“


