Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

i⸗

k⸗

in er

337

andern eine Karte, in welche er, ſo oft ein Spiel aus war, aufmerkſam hineinſtach.

Hippolyt mußte dieſen Spieler zum zweiten und dritten Mal betrachten, um in ihm ſeinen früheren und unglücklichen Rivalen, den Oberſten Lareynie, wieder zu erkennen. Der bloße Anblick dieſes Mannes flößte Mitleid ein. Ueberzeugt endlich, daß er ſich nicht täuſchte, wollte er Ermance hin⸗ wegführen, um ihr dieſes peinliche Schauſpiel zu erſparen; aber gerade in dieſem Augenblicke ver⸗ urſachte der Umſtand, daß die Partie zu Ende war, unter den Anweſenden eine gewiſſe Bewegung. Während der Bankier. aus einer vor ihm befind⸗ lichen Höhlung im Tiſche die Karten herausnahm, deren er ſich eben bedient, ſtanden mehrere Spieler auf, und mit einem Male fand ſich Herr Lareynie dem jungen Ehepaare gegenüber, ohne daß es Ran⸗ deuil möglich geweſen wäre, ihm auszuweichen.

Als der Greis Randeuil's und ſeiner Gattin anſichtig wurde, blieb er krampfhaft ſtehen; ſeine fahlen düſteren Züge belebten ſich wieder, und in ſeinen erloſchenen Augen brannte ein unheimliches Feuer, während ein wenig Blut die Haut ſeiner Wangen erwärmte. Trotz der gewaltigen Verände⸗ rung, die ihn ſelbſt einem langjährigen Freunde hätte unkenntlich machen müſſen, erkannte Frau Randeuil ihn doch auf der Stelle, und es konnte die junge, glückliche Frau ſich eines Ausrufs, in dem Ueberraſchung, Furcht und Mitleid ausgedrückt lagen, nicht erwehren.

Herr Lareynie war einen Augenblick unſchlüſſig, und offenbar ging während dieſer Zeit ein furcht⸗ Bernard, Ausgew. Erzählungen. I. 22