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„Meine Frau,“ verſetzte Randeuil;„wiſſen Sie nicht, daß ich verheirathet bin?“
„O! ich weiß das nur zu gut,“ hob der Greis kopfſchüttelnd wieder an.„So! das iſt alſo Frau Düpaſtel— ich wollte ſagen, die frühere Frau Düpaſtel! Meiner Treu! Sie iſt recht hübſch, un⸗ gemein hübſch, und nun finde ich auch die Extra⸗ vaganzen des armen Lareynie minder erſtaunlich.“
„Was iſt aus ihm geworden?“ fragte der junge Gatte mit einem gewiſſen Intereſſe.
„O, ſprechen Sie mir nicht davon!“ antwortete General Thorignon:„es wäre mir ebenſo lieb, wenn er mit noch ſo vielen Andern auf dem Rück⸗ zug von Moskau geblieben wäre. Ja, Frau Dü⸗ paſtel— Frau Randeuil, wollte ich ſagen, kann ſich ſchmeicheln, daß ſie den armen Oberſten ärger mitgenommen, als der ſchneidendſte Nordwind und die Lanze der Koſaken. Es iſt nun aber einmal das menſchliche Herz ſo und nicht anders: ein net⸗ tes Füßchen und ein ſchön geſpaltenes Auge reichen hin, um einen Mann total zu vernichten. Ich, der ich jetzt mit Ihnen ſpreche, meinte, es würde mir die kleine Armandine von der großen Oper einen Blutſchlag verurſachen. Glücklicher Weiſe bin ich nicht ganz ſo ſchwach wie Lareynie und habe mich nach Baden begeben, um mich zu zerſtreuen. Der arme Lareynie! es ſteht wahrhaftig traurig mit ihm! Wohl weiß ich, daß man weder Ihnen noch Frau Randeuil deßhalb Vorwürfe machen kann. Sie beide waren jung, Sie liebten ſich, Sie haben ein⸗ ander geheirathet: alle Welt hätte an Ihrer Stelle ebenſo gehandelt— und zwar ich zuerſt. Ich muß


