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närin paſſionirte. Nun iſt bei uns die Vernunft wieder in ihre Rechte eingetreten: wer will, wer darf das uns wehren? Herr Lareynie ſoll ſich mit ſeinem Teſtamente beſchäftigen, ſeine Tochter mich vergeſſen, wenn es nicht bereits geſchehen, wir aber wollen glücklich ſein; denn auch Sie lieben mich, holder Engel: nicht wahr?“
„Das weiß ich nicht,“ antwortete ſie mit einer Koketterie, die voll Zauber war;„nur ſo viel will ich Ihnen geſtehen, daß ich mich geheilt fühle.“
Hier unterbrach ein Geräuſch vom Speiſezimmer her das Geſpräch. Dieß Mal ſprang Hippolyt blitz⸗ ſchnell auf; denn nun handelte es ſich nicht länger um eine Komödie. Es ging die Thüre auf und herein trat Herr Lareynie in Begleitung ſeiner, wie gewöhnlich mit ihrem Paradiesvogel herausgeputzten Tochter.
„Sie wußten nicht, was aus den Flügeln Ihres Engels geworden war,“ ſagte Ermance leiſe zu ih⸗ rem Geliebten:„ſehen Sie ſie nicht auf ihrem Hute dort?“
Es wechſelten die Beiden ein Lächeln, worauf ſie in Folge einer ſtillen Uebereinkunft das Gegen⸗ theil von der Scene aufführten, die ſie bis dahin geſpielt: ſo lange ſie einander gleichgültig geweſen, hatten ſie Liebe geheuchelt, verliebt heuchelten ſie nun Gleichgültigkeit. Dieß Mal aber zeigten ſie ſich ihren Rollen nicht gewachſen; denn es iſt das Herz ein ſchlechter Schauſpieler. Ihre Blicke, die ſich ſuchten, während ſie ſich meiden wollten, ihre Worte, die Antworten auf nicht geſtellte Fragen waren, hätten ſelbſt dem blödeſten Auge ein geheimes Ein⸗


