Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Sie haben mir auf meine Frage, wann Sie zu heirathen gedächten, noch nicht geantwortet?

Ich habe Ihnen darauf nicht geantwortet, weil Sie es beſſer wiſſen müſſen als ich, gab Randeuil zurück, dem der Blick der jungen Wittwe Alles ge⸗ ſagt hatte.

Wie ſollte ich es wiſſen?

Hängt es nicht von Ihnen ab?

Bis jetzt hatte ich geglaubt, daß es von Fräu⸗ lein Abeille abhange, ſpottete die junge Wittwe zart;wie mir ſcheint, ſo vergeſſen Sie ein bischen die Heldin Ihres Romans.

Mein Roman iſt aus und es fängt nun mein Leben an, antwortete Randeuil, einer Hand ſich bemächtigend, die ihm nur wenig ſtreitig gemacht wurde;ich war ein Thor, ich will es nur geſtehen, doch müſſen Sie mir verzeihen, da ich Sie noch nicht kannte. Ich hatte die Caprice einer durch Hinderniſſe und abſchlägige Antworten gereizten Phan⸗ taſie fälſchlich für Liebe gehalten. In der Perſon dieſes jungen Mädchens bedauerte ich das Opfer des väterlichen Egoismus; Sie wiſſen, man bildet ſich leicht ein, daß man diejenigen liebe, welche man be⸗

dauert, und ferner, erſcheint nicht hinter Eiſenſtäben oder auch nur hinter einem Fenſterladen jedes Frauen⸗ zimmer als ein Engel? Genau beſehen, verliert der Engel in der Regel ſeine Flügel, und das iſt auch hier geſchehen. Anſtatt einer diſtinguirten Perſon, als

welche ſie mir aus der Ferne erſchien, habe ich in ihr

bloß eine linkiſche, widerwärtige und unbedeutende Penſionärin gefunden. Unter allen Umſtänden wä⸗ ren mir die Schuppen von den Augen gefallen nach