Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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Verſuch voller Bitterkeit für Sie geweſen, darum iſt Ihnen nun das Leben aller Blüthen beraubt! Weil ein Mann den Schatz, den er beſaß, nicht hochzuachten wußte, darum läugnen nun auch Sie die edelſten Triebe der Jugend; darum meinen Sie ein Recht zu haben, die Liebe, die Zuneigung, die Hingebung für Phantome erklären zu dürfen! Die Liebe erklären Sie für eine Lüge, die Begeiſterung für eine elende Selbſttäuſchung, und wenn Sie ſo Alles, was das Leben Schönſtes hat, mit Füßen getreten, berühmen Sie ſich Ihrer Lebenserfahrung und Ihrer Beſonnenheit... Ja, Ermance, die Liebe exiſtirt; man muß daran glauben, insbeſondere wenn man ſie einflößt.... Doch wozu Ihnen etwas beweiſen wollen, woran Sie nicht mehr zweifeln, da Sie ihn ja nicht heirathen! Sie ſind nun frei, und auch ich bin's! Freiheit, Jugend, Liebe welch' himmliſche Dinge! Nicht wahr, Ermance?

Zu Anfang dieſer Tirade hatte Frau Düpaſtel ſich gegen die Rücklehne der Cauſeuſe geſtützt; in dieſer Stellung verharrte ſie, ſo lange Hippolyt ſprach: ihre Hände waren dabei über die Knie ge⸗ kreuzt und ihre Augenlider halb geſchloſſen, und hätte ein raſches Athmen ihren Oberleib nicht gehoben, ſo hätte ſie für gänzlich unbeweglich gelten können. Sie ſammelte ihre Geiſter, um ihre tiefe, wonnige Aufregung beſſer zu koſten. Bei dem Worte Er⸗ mance, das der junge Mann in wahrhaft andäch⸗ tigem Tone geſprochen hatte, ſchlug ſie ihre ſammt⸗ weichen Augen auf, lächelte mit dem unausſprech⸗ lichen Zauber, den das Glück verleiht, und ſprach:

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