Die Glocke, welche im Foyer verkündete, daß der zweite Act der Sylphide beginne und der Vorhang in die Höhe gehe, machte dieſem Geſpräch ein Ende, und es trennten ſich die Beiden, nachdem zwiſchen ihnen ausgemacht worden, daß ſie ſich nach Verfluß der erbetenen Bedenkzeit in der Wohnung General Thorignon's wieder ſehen wollten.
X.
Tags darauf hatte es kaum ein Uhr geſchlagen, als Randeuil im Hauſe der Frau Düpaſtel erſchien. Der Diener wollte ihn nicht hinein laſſen, die Zofe aber, welcher der elegante junge Mann weit beſſer gefiel als der alte Seladon, und die mit dem ihrem Stande eigenthümlichen Scharfblick das Unwohlſein ihrer Herrin richtig gedeutet hatte, nahm es auf ſich, die Thürſperre aufzuheben. Als Ermance ihren Schützling eintreten ſah, erröthete ſie leicht und machte eine Bewegung, um aufzuſtehen; doch ſetzte ſie ſich, ſcheinbar ermattet, alsbald wieder.
„Ich hatte Befehl gegeben, niemand zu mir zu laſſen,“ hob ſie an;„der Anblick einer armen lei⸗ denden Frau hat für Dritte etwas ſo Verdrießliches, daß ich mich zu unbedingter Einſamkeit verdamme. Sie werden alſo diejenige, die Sie ohne Zweifel hier zu finden hofften, nicht bei mir treffen.“
„Wen denn?“ fragte Randeuil, mit dem Auge den zierlichen Linien des Körpers der auf der Cau⸗ ſeuſe halb ausgeſtreckten jungen Frau folgend.


