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„Wer ſpricht denn von einem Zwang?“ erwi⸗ derte General Thorignon;„haben nicht die Um⸗
ſtände ſich ändern können, und mit den Umſtänden
auch die Geſinnung? Wer ſagt Ihnen denn, daß der Oberſt jetzt nicht geneigt ſei, die Unterhandlun⸗ gen wieder anzuknüpfen? Es muß Ihnen einleuch⸗ ten, daß die väterliche Würde ihm nicht erlaubt, den erſten Schritt zu thun, wenn ich aber Alles auf mich nehmen will und mich verbindlich mache, Ihrer Bitte dieß Mal ein geneigtes Ohr zu ver⸗ ſchaffen, ſo muß ich ohne Zweifel gute Gründe ha⸗ ben und des Erfolges gewiß ſein.“
„Herr Lareynie hat Sie alſo beauftragt, Herr General, meine dermaligen Geſinnungen hinſichtlich dieſer Heirath zu erforſchen?“ fragte Randeuil, ohne aus ſeiner ſtreng diplomatiſchen Zurückhaltung her⸗ auszutreten.
„Das habe ich nicht geſagt,“ gab der Greis la⸗ chend zurück;„zum Henker! reden wir nicht zwei⸗ deutig. Meine Dazwiſchenkunft iſt eine rein offi⸗ ziöſe, verſtehen Sie mich wohl; wollen Sie ſie nun annehmen?“
„Gönnen Sie mir gefälligſt einen Tag Bedenk⸗ zeit,“ ſprach der junge Mann gedankenvoll.
„Noch weitere Bedenkzeit!“ rief der General; „wohl können Sie von ſich ſagen, daß Sie der Mann des ewigen Aufſchiebens ſeien; in meiner Jugend, brrrr! da litten Duelle, Liebesſachen und ſofort nicht den geringſten Aufſchub. Alles mußte in einer Minute entſchieden ſein. Am Ende iſt aber doch Ihr Syſtem das vernünftigere. Sie ſollen alſo, meinetwegen, die vierundzwanzig Stunden haben.“


