Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ein galantes Geſchöpf, das ſeinen Beſchützer hinters Licht führen wollte, ſo viel iſt und bleibt gewiß, daß ſich unmöglich etwas Bezaubernderes denken läßt. Noch immer iſt mir der Ausdruck ihres Ge⸗ ſichtchens gegenwärtig, als ſie ſich demaskirt fand. O, wenn ich doch malen könnte! Denke dir den reinſten Typus italieniſcher, durch den Zorn ver⸗ klärter Schönheit, herrlich, wie ein Gemälde, wor⸗ auf das Sonnenlicht ſenkrecht einfällt; Creolenhaare, eine Jungfrauenſtirn, bewegliche Nüſtern, wel⸗ che, ähnlich wie beim Apollo von Belvedere, die Leidenſchaft aufblies; einen Kindsmund mit zwei Reihen lebendiger Perlen, die ſich zermalmen zu wollen ſchienen; auf den Wangen alle Blumen des Frühlings; in den Augen den Blick des Löwen!

Ohne es ſelbſt zu wiſſen, bemerkte Teiſſier, haſt du da Cöleſtinens Porträt gegeben. Auch ſie hat zuweilen einen Löwenblick, und dann bleibt mir nichts mehr übrig, als in meine kleinen Schuhe zu ſchlüpfen.

Wenn das iſt, ſo mache ich dir mein Compli⸗ ment, denn es muß deine Braut ein anbetungswür⸗ diges Geſchöpf ſein; indeſſen wünſche ich, daß die Aehnlichkeit dir ſich auf⸗ das Phyſiſche beſchränken möge.

Vielleicht daß du deine Unbekannte verläumdeſt: wenn es trotz all und alledem ein tugendhaftes Mädchen wäre! Die Art und Weiſe, wie ſie mit Merville umgeſprungen, ſcheint dieß anzuzeigen.

Oh, du unſchuldiger Menſch! lachte Francis, beweist denn eine Ohrfeige etwas in Dingen der Tugend?