Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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um für die matrimonialen Röthen, in denen er ſich. befand, einen Ableiter zu finden.

Ich habe ihn ſeitdem nicht wieder zu Geſicht bekommen, erwiderte der Erzähler,obgleich ich wohl drei Monate lang alle öffentlichen Orte be⸗ ſucht habe, in der Hoffnung, ihn wieder zu finden.

Du hatteſt dich alſo in ihn verliebt?

Verliebt? Ja, ſo wie man in ein Frauenzim⸗ mer verliebt ſein kann, das man auf dem Masken⸗ ball flüchtig kennen gelernt hat.

Du weißt alſo nicht, wer ſie iſt?

Eine Tänzerin oder eine Schauſpielerin, hätte ich wohl gedacht, wenn ſie nicht ſo blutjung und von ſo blendender Friſche geweſen wäre; ſo aber konnte ich einem ſolchen Gedanken keinen Augen⸗ blick Raum geben. Noch nie hat, deſſen bin ich ge⸗ wiß, Schminke dieſe Roſe beſudelt.

Was du geſehen, iſt alſo nicht mehr und nicht weniger als ein Engel? ſprach Ariſtides in ſpot⸗ tendem Tone.

Als ein Engel, der allem Anſchein nach ein bis⸗

chen gefallen iſt. Sind zwei Frauenzimmer allein auf dem Ball der großen Oper, ſo werfen ſie eben damit Verdacht auf ſich ſelbſt. Ich fürchte gar ſehr, es iſt dieſer Engel in Wirklichkeit eines jener be⸗ zaubernden Weſen, die ſtatt alles Vermögens ihre Schönheit beſitzen und dieſes Capital im großen Buch der öffentlichen Verderbniß anlegen. Es wäre Jammerſchade, da ſie ſo jung und ſo ſchön iſt! Iber Paris iſt eben ein garſtiger Abgrund. Sei dem nun aber, wie ihm wolle, ſei ſie eine Frau, die ihren Mann etwas zu langweilig gefunden, oder