Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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ridore hinauf, wo ich die Rolle eines Beobachters zu ſpielen begann und zu dieſem Zwecke das Ge⸗ ſicht bald an dieſes, bald an jenes Ochſenauge*) drückte. Dieſes ziemlich dumme Geſchäft ſetzte ich von Stockwerk zu Stockwerk fort, bis ich endlich an der Thüre einer Loge der dritten Galerie ſtehen blieb. Hier ſaßen zwei Frauenzimmer, die, ſo viel ich ſah, beide klein, beide in ſchwarze Dominos ge⸗ hüllt und auf den erſten Blick einander ſo ähnlich waren, daß, wenn man ſie von einander unter⸗ ſcheiden wollte, man nothwendig ein Abzeichen befra⸗ gen mußte, welches ſie angenommen hatten, wohl in der löblichen Abſicht, dem Intriguenſpiel noch mehr Reiz zu verleihen: die eine trug nämlich über ihrem Handſchuh einen Smaragd⸗Ring, während die andere eine gelbe Roſe in der Hand hatte.

Die Roſe da! Ich errathe ſchon das Uebrige, unterbrach Teiſſier.

Du erräthſt nichts! Zwei Frauenzimmer, die beiſammen ſind, flößen ſelten viel Furcht ein, ins⸗ beſondere auf einem Maskenball. Ich war des langen Stehens müde; es ſchien mir alſo, ich müſſe die ſchöne Gelegenheit, die ſich mir bot, nützen, um mich eine Weile zu ſetzen; zudem ſtand die Thüre offen und ſagte mir gleichſam: Nur herein! Beim Geräuſch, das ich machte, als ich die Thüre hinter mir zuzog, wandten die ſchwarzen Dominos die Köpfchen um, und einer ſtieß einen kleinen Schrei aus, der wie eine Herausforderung klang. Ich nahm alſo ohne Weiteres Platz, ergriff das Wort

*) Rundes Fenſterchen. Bernard, Ausgew. Erzählungen. I.