und fing an, eine Faſtendienstags⸗Liebenswürdigkeit zu entwickeln, deren Erfolg nicht lange zweifelhaft war. Anfänglich ſchweigſam und dem Anſchein nach ſcheu, wurden die beiden Frauenzimmer nach und nach geſelliger; denn nachdem ſie unter ſich eine Weile geflüſtert und über die Narrheiten, die jch preisgab, leiſe gelacht hatten, antworteten ſie mir endlich, und bald war die Unterhaltung in beſtem Gange. Der Domino mit der gelben Roſe insbe⸗ ſondere betheiligte ſich daran mit einer Lebendigkeit, die mir ſonſt überall als naiv erſchienen wäre; zu⸗ rückhaltender, weil vielleicht älter, ſagte ihre Freun⸗ din ihr zuweilen etwas ins Ohr, um ſie zn veran⸗ laſſen, daß ſie ihre Heiterkeit etwas mäßigen möchte; dann beugten ſich beide über das Geländer der Loge, gleich als wollten ſie dem Geſpräche ein Ende ma⸗ chen, und ließen mit einer Art Unruhe die Blicke im Saal umherlaufen.
„Zwiſchen zwei Masken iſt die Wahh oft ſchwer; die meinige aber war bereits getroffen, wenn dieſes Abenteuer überhaupt beſtimmt war, weitere ange⸗ nehme Folgen zu haben. Die Unbekannte ſelbſt, die eine Blume zum Emblem gewählt, hatte etwas ſo jugendlich Friſches,— es war ihr Lachen ein ſo frankes,— es hatte ihre Stimme etwas ſo ſüß Eindringliches, ihre Geberde etwas ſo Lebendiges, ihre Witze etwas ſo Originelles und Unvorherge⸗ ſehenes, daß es mir geradezu eine Unmöglichkeit zu ſein ſchien, daß ich kein wahrhaft bezauberndes We⸗ ſen vor mir habe. Ohne alſo weiter zu fragen, ſchenkte ich ihr mein Herz für den Reſt der Nacht und fing dagegen an, in demſelben Grade die Freun⸗


