entſchloſſen, meine Frau zu lieben, ſie glücklich zu machen, ja ſogar ihr treu zu ſein. Bevor ich aber ein ſolches Stück aufführe, möchte ich meiner ſelbſt
gewiß ſein; und vor Allem ſcheint es mir nothwen⸗* dig, den Becher des Junggeſellenlebens zu leeren, um nicht mehr verſucht zu ſein, noch einmal daraus
zu trinken; ich fände ſogar auf dem Boden gern
einige Hefe: der eheliche Nektar würde dann um ſo
mehr munden.“
„Was hat aber dieſer furchtbare Galimatias
mit der häßlichen gelben Blume zu ſchaffen, die du ohne Zweifel vom Hute irgend einer Sechzigjähri⸗ gen genommen?“ „Mit der häßlichen Blume, ſagſt du?“ wieder⸗ holte Francis, gleichgültig an der Roſe riechend; „auch ſie hat wie die, von denen Malherbe ſpricht, ihren ſchönen, heiteren Lebensmorgen gehabt. Jetzt iſt ſie freilich welk und farblos; anſtatt des Wohl⸗ geruchs aber, von dem ſie einſt beſeelt war, ſendet ſie mir einen Geruch entgegen, den ich einen philo⸗ ſophiſchen nennen möchte. Sie weckt in mir das Gefühl meiner Schwäche wieder; aus ihrer Betrach⸗ tung ſchöpfe ich eine Lehre voll Weisheit und Mo⸗ ralität. Kurz, weißt du, was ſie mir ſagt?“
„Hältſt du mich für einen Perſer?“ gab Teiſſier in mürriſchem Tone zurück.
„Sie ſagt mir: Heirathe noch nicht, lieber Ariſtides. Aber da müßte ich dir eine himmellange Geſchichte erzählen, und ich mag unſere Rollen nicht verkehren. Ich bin gekommen, um dein Zeuge, dein 6 Vertrauter, dein treuer Pylades zu ſein. Du alſo haſt das Recht, zu erzählen, zu beſchreiben, wie ein Verliebter


