Der Weiberfeind. 319
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Betty. Das iſt ſchön! O, ich möchte auch reich ſein.
Freiling. Geld macht nicht glücklich. Sie ſind reicher als ich.
Betty(lacht). Ich?
Freiling. Ihr Frohſinn, Ihre Heiterkeit
„
Betty. Das iſt Alles ſchön und gut, allein wenn man viel Geld hat, ſo kann man Andern helfen, und viel Gutes thun. Sie ſind gewiß recht wohlthätig!
Freiling. Ich? Ja nein offen geſtanden
Betty. Nicht? Sie haben doch etwas Gutmüthiges in Ihrem Geſichte ich will nicht hoffen, daß Sie über Ihren Weiberhaß die Pflichten gegen die Armen vergeſſen haben! Freiling. In der That, ich habe wenig
Betty. Pfui, mein Herr, das hätte ich Ihnen nicht zugetraut, das iſt abſcheulich von Ihnen
Freiling. Aber, Betty—
Betty. Man muß nicht ſo eigenſüchtig ſein und nur an ſich denken.
Freiling. Aber, liebe Betty
Betty. Ei was, die Wahrheit muß ich Ihnen ſagen!
Freiling. Ich will mich beſſern, wollen Sie mir helfen?
Betty. Wie kann ich das?
Freiling. Vertheilen Sie meine Wohlthaten, führen Sie mich hin, wo Sie Armuth wiſſen.
Betty. Ja, das will ich thun, das will ich gern thun. O, ſeien Sie außer Sorge, ich will meinem Amte gut vor—
ſtehen, Sie ſollen tüchtig Geld geben müſſen.—


