318 Der Weiberfeind
Bett9. Glauben Sie mir, es war kein Weib, es war eine Ausnahme der Natur, denn Treuloſigkeit iſt nicht der Fehler unſeres Geſchlechtes.
Freiling. Ach, hätte ſie gefühlt wie Sie Sie ſind ſo gut, Betty, Ihre Theilnahme thut mir ſo wohl.
Betty. Wirklich?
Freiling. So recht innig wohl!
Betty. Das freut mich! Ich wollte, ich könnte Sie tröſten.(Beide ſehen ſich eine Weile an, er ſchlägt die Augen nieder.) Es iſt traurig, Jemanden unglucklich zu ſehen, und ich muß immer mit weinen, wenn ich Andere weinen ſehe.
Freiling. Sie ſind ſo gut, ſo gefühlvoll, liebe Betth.
Betty(munter). Sprechen wir nicht mehr von der Lreuloſen, ſie war Ihrer nicht werth.
Freiling. Vielleicht doch.
Betty. Wie?
Freiling. Vielleicht habe ich auch etwas Schuld.
Betty. Brechen wir ab von dieſer traurigen Geſchichte. Sie ſollen mir das ein anderes Mal erzählen, wenn wir uns beſſer kennen.
Freiling. Ich könnte Ihnen gleich Alles ſagen.
Betty. Haben Sie Vertrauen zu mir?
Freiling. Ja Betty(ſchlägt die Augen nieder).
Freiling(aßt ihre Hand). Sie ſehen mich nicht an? Betty. Geben Sie Acht, Sie laſſen das Garn fallen. F reilin g. Ja ſo(Sttzt ſich zurecht.)
Betty. Sie ſind wol ſehr reich?
Freiling. O ja!


