Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857) Sammlung
Entstehung
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Der Weiberfeind. 317

Freiling. Soyphie!

Betty. Das iſt ein ſchöner Name! Sie haben ſie wol ſehr geliebt?

Freiling. Sie war mir Alles.

Betty. Und ſie iſt todt?

Freiling. Nein!

Bett9(läßt das Garn ſinken). Wie?

Freiling. Sie lebt friſch und geſund!

Betty. Was iſt denn das? Haben Sie ſie verlaſſen?

Freiling. Nein, ſie iſt mir untreu geworden!

Betty. Pfui, wie abſcheulich!

Freiling. Nicht wahr?

Betty. Wie kann man untreu werden, das begreife ich nicht!

Freiling. Ich begriff es auch nicht!

Betty. Sie armer, armer Mann ja, nun

Freiling. Was?

Betty. Nun kann ich begreifen, warum Sie unſer Geſchlecht nicht lieben.

Freiling. Nicht wahr?

Betty. Untreue gegen einen Geliebten das iſt entſetzlich! Sie armer Freund, was müſſen Sie gelitten haben?

Freiling. O Betty, ich war dem Wahnſinne nahe!

Betty. Ich kann es mir denken. Vergeſſen Sie die Treuloſe, die Verrätherin!

Freilin g. Ach, das kann ich nicht.(Er wird immer

weicher und hingebender.)