Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857) Sammlung
Entstehung
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31 314 Der Weiberfeind.

Freiling. Was fehlt Ihnen?

Betty. Meine Garnwinde iſt zerbrochen. Ich wollte Garn aufwickeln; das iſt recht unangenehm, ach, beſter Herr Weiberfeind, Sie können mir helfen!

Freiling. Ich

Betty. Wenn Sie mir das Garn halten, bitte, bitte

Freiling. Aber

Betty. Bitte, bitte, ich thue Ihnen auch wieder einen Gefallen! Wenn Sie auch ein Weiberfeind ſind, ſo dürfen Sie doch ausnahmsweiſe einmal liebenswürdig ſein. Ich weiß mir ſonſt nicht zu helfen!

Freiling. Allein ich verſtehe das nicht. Wird von jetzt an immer nachgiebiger, ſein varſches Weſen verliert ſich nach und nach wider ſeinen Willen, er ſtrebt vergebens, es feſtzuhalten.)

Betty. Da iſt Richts zu verſtehen, ich will Ihnen das bald begreiflich machen. Bitte, bitte!

Freiling. Nun denn

Betty. Legen Sie Ihr Buch weg, ſo jetzt drehen Sie ſich um, nach mir her, ſo nun halten Sie die Arme vor nicht[0(Bringt ihm die Arme in die rechte

Stellung, legt ihm das Garn über und fängt an zu wickeln.) Sehen Sie, es iſt ganz leicht. Wie lange ſind Sie ſchon hier in Egsdorf?

Freiling. Bald zwei Jahre.

Betty. Und immer ſo einſam für ſich?

Freiling. Die Einſamkeit iſt des Menſchen beſte

Freundin!