Der Weiberfeind. 313
Bett9 Gtniet vor ihm nieder und ſchlägt die einzelnen Saiten an, die er ſtimmt). Noch ein Wenig—0 nun das A— nicht doch, den zweiten Wirbel ſo ſo, jetzt muß es rein ſein.(Steht auf, nimmt die Guitarre und ſchlägt einen Accord an.) Gut, jetzt können Sie Ihr Buch wiedernehmen. Gibt ihm das Buch in die Hand, ſetzt ſich links, halb nach ihm gewandt, und ſingt nach der Compoſition von Mendelsſohn)
Leiſe zieht durch mein Gemüth Friedliches Geläute!
Klinge, kleines Frühlingslied, Kling' hinaus ins Weite! Zieh' hinaus bis an das Haus, Wo die Veilchen ſprießen, Wenn du eine Roſe ſiehſt, Sag', ich laß ſie grüßen!
Freilin g(hört mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit zu, das Buch ſinkt ihm auf den Schooß, er ſieht ſie häufiger auf Augen⸗ blicke an).
Betty chutet ſich, ſeinem Blicke zu begegnen, beobachtet ihn aber doch ſcharf und verſtohlen; als ſie geendet hat, nach einer Pauſe). Wie gefällt Ihnen das Lied?
Freiling(ſehr warm, wie erwachend). Das Lied iſt wun⸗ derſchön!(Nimmt das Buch und kehrt in ſeine alte Manier zurück.)
Betty(Crägt die Guitarre nach hinten und ſucht in ihrem Schranke, während deſſen wiederholt ſie mit voller Stimme):
Wenn du eine Roſe ſiehſt, Sag' ich laß ſie grüßen! (Nimmt ungewickeltes Garn aus einem Schranke und eine Garnwinde.
O weh!


