Der Weiberfeind. 311
Betty. Wie ein Türke! Darum iſt es mir ſo lieb, daß Sie nicht gefährlich ſind. Da brauche ich mich nicht in Acht zu nehmen, kann lachen und ſingen und mein Mann wird keinen Argwohn bekommen.
Freiling. Argwohn gegen mich? Gewiß nicht!(Sitzt
ſo, daß er ihr halb den Rücken zukehrt.)
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Betty(eht nach dem Tiſche links, ſetzt ſich und öffnet einen Toilettenſpiegel). Fürchten Sie ſich vor meinem Anblick?
Freiling. Wie ſo?
Betty. Weil Sie mir den Rücken zukehren.
Freiling. Das nicht, aber(dreht ſich um). Betty. Mein Mann ſagt, ich ſolle mich artig gegen Sie benehmen, dann dürfen Sie aber auch nicht unartig ſein. Freiling. So war es nicht gemeint
Betty. Ich ſoll Sie unterhalten, dann müſſen Sie
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mich aber auch anſehen. F reilin g(wirft ihr einen Blick zu, ſieht aber gleich wieder in ſein Buch). Betty. Darf ich mir das Haar ein Wenig ordnen? Ich war noch nicht ganz fertig, als Sie kamen, und ich wollte Sie doch nicht allein laſſen, denn ſonſt wäre mein
Mann böſe geworden.
e Freiling. Thun Sie ſich keinen Zwang an, denn nur unter der Bedingung kann ich meine Beſuche fortſetzen, daß ich weder Zwang verurſache, noch ſelbſt—
Betty. Schön, ſchön, ich denke, wir werden gut mit— einander auskommen.(Nimmt das Häubchen ab, ſie trägt das Haar
in Locken, die unter dem Häubchen hervorfallen und ordnet ſie vor dem


