Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857) Sammlung
Entstehung
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310 Der Weiberfeind.

Betty(ſie iſt einfach gekleidet, mit bloßen Armen, hat aber das Häubchen noch auf. Tritt leiſe auf, bleibt an der Thure ſtehen und beobachtet ihn für ſich). Das iſt alſo der grimmige Mann, der die Kühnheit hat, uns armen Weiber zu verabſcheuen. Ob er gar nicht zu bekehren wäre? Dabei könnte ich meinem Herrn Gemahl eine gute Lehre für ſeine Eiferſucht geben, und vielleicht Hm, ich will doch verſuchen, ob etwas Liſt und Coquetterie auf mein Erbtheil von Mutter Natur gefallen iſt. Gaut.) Guten Morgen!

Frei lin g(ſteht auf und verbeugt ſich, ohne ſie anzuſehen, immer barſch). Guten Morgen!

Betty(eht auf ihn zu, legt ihm die Hand auf die Schulter) Sie ſind ein Weiberfeind?

Fre ilin g(ſieht ſie raſch einen Augenblick an, etwas verblufft) Ich habe mich von Ihrem Geſchlechte losgeſagt.

Betty. Das iſt mir ſehr lieb.

Freiling. So

Betty. Meine Mutter hat mich immer vor den Männern gewarnt, welche unſer Geſchlecht zu ſehr lieben; da Sie es haſſen, werden Sie wol nicht gefährlich ſein.

Freiling. Rein!

Betty. Dann wird auch mein Mann nicht Urſache haben, eiferſüchtig zu ſein.

Freiling. Auf mich ſicher nicht.

Bett9y(opft in die Hände). Das iſt mir ſehr lieb.

Freiling(immer ohne ſie anzuſehen) Iſt Guſtav eifer

ſüͤchtig?

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